1929: Wie alles begann

Die Abteilung Turnen im Bahlinger Sport-Club hat ihren Ursprung im früheren Turnverein Bahlingen. Dieser Verein war am 2. Juli 1929 von zehn Turnfreunden im „Gasthaus zum Rebstock“ gegründet worden. Versuche zur Gründung eines Turnvereines hatte es schon Mitte der zwanziger Jahre gegeben, doch war dieser Versuch gescheitert. Der zweite Anlauf klappte dann besser, obwohl der junge Verein zunächst noch führungslos war. Doch nach monatelangem Suchen fand sich in Zimmermeister August Boos ein 1. Vorsitzender.

 

Frühjahr 1930: Erste (finanzielle) Probleme

Sofort nach der Gründung hatte man den Turnbetrieb aufgenommen. In wenigen Wochen übten die Turner unter Robert Kaufmann eine Freiübung ein, die sie beim 25-jährigen Stiftungsfest des Musikvereins vorführten. Dieser Auftritt brachte den jungen Verein im Dorf erst richtig ins Gespräch. Die erste Generalversammlung wurde am 6. April 1930 im „Gasthaus zum Rebstock“ abgehalten. Schon damals tauchte das Problem auf, das den Verein dann über Jahrzehnte begleiten sollte: Der Übungsraum. Die geforderte Miete für einen passenden Raum überstieg das Budget des jungen Vereins, der noch in den Kinderschuhen steckte. Somit wurde das Vereinslokal „Gasthaus zum Rebstock“ gleichzeitig auch zum Übungsraum der Turner.

Auch die Anschaffung der Geräte war mit hohen Kosten verbunden. Keulen, Stäbe und dergleichen mussten zunächst aus den eigenen Taschen der Turner bezahlt werden. Und so war natürlich der Kauf des ersten Barrens (RM 321) ein großes Ereignis. Am Sonntag, den 3. August wurde er auf einem von zwei Pferden gezogenen Wagen unter Begleitung der TurnschülerInnen und Turner zum Vereinslokal „Gasthaus zum Rebstock“ überführt.

 

Sommer 1930: Erste Auftritte und Veranstaltungen

Außerhalb des Dorfes traten die Turner erstmals am 24. August 1930 beim Köndringer Heimattag auf. Acht Tage später folgte die erste Veranstaltung des Vereines, die festliche Einweihung des neuen Barrens im Rahmen eines Schau- und Werbeturnens im „Bad Silberbrunnen“, bei dem alle Nachbarvereine mitwirkten. Schon am 27. Dezember traten die Turner mit einer Weihnachtsfeier an die Öffentlichkeit, die großen Anklang fand. Große Verdienste um den Verein erwarb sich in jenen Anfangsjahren der damalige Oberlehrer Renkert, dessen führende Hand immer wieder spürbar wurde.

 

Winter 1932: Erste Erfolge und Problemlösung

Ende 1932 zählte der Verein bereits 130 passive Mitglieder, 22 aktive Turner, 31 Turnschüler, 43 Turnschülerinnen und 13 Zöglinge. Im selben Jahr wurde noch eine Turnerinnenriege gegründet. In den folgenden Jahren ging es stetig aufwärts. Der Verein pflegte Kontakt mit den Nachbarvereinen, und bei Wettkämpfen errang immer eine stattliche Zahl Turner den begehrten Siegerkranz. Im eigenen Dorf trat man jedes Jahr mit einem Schau- und Werbeturnen an die Öffentlichkeit, das meist mitten im Dorf auf dem „Schulplatz“ abgehalten wurde. Ebenso wurde alljährlich in den Wintermonaten ein bunter Abend geboten.

Neben dem Turnen, das natürlich im Mittelpunkt stand, wurde auch der Leichtathletik die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. 1932 findet auch das Problem des Übungsraumes eine Lösung. Mit großzügiger Unterstützung von „Sonnenwirt“ Fritz Beck kann in dessen Garten eine kleine Turnhalle errichtet werden. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage verzichtet der Verein auf eine offizielle Einweihung.

 

1933- 1936: Schicksalschläge und Erfolgsfreuden

Das Jahr 1933 brachte auch den Bahlinger Turnern einige Sorgen. Ein schwerer Schlag war dazu der Tod des Ersten Vorsitzenden August Boos im selben Jahr. Seine Turner trugen ihn zu Grabe, zum Nachfolger wurde Fritz Holderer gewählt. Besonders erfolgreich war für die Turner das Jahr 1936. Die Turnerriege hielt sich im Mannschaftswettbewerb um die Kreismeisterschaft hervorragend und unterlag erst im Endkampf der FT von 1844 Freiburg knapp.

 

1937- 1949: Sportverbot und die Kriegszeit

Ein Jahr später musste die Schülerriege aufgelöst werden, denn Jugendliche durften nur noch innerhalb des Jungvolks und der Hitlerjugend Sport treiben. Im selben Jahr übernimmt Fritz Kaufmann den Vorsitz des Vereins. Bereits 1938 hören im Protokollbuch die Eintragungen auf und werden erst 1949 wiederfortgesetzt. Mit Kriegsbeginn wurden die meisten Turner eingezogen, und viele kehrten nicht mehr zurück.

 

 

1949: Zusammenschluss mit dem Bahlinger Sport Club

Während die anderen Sportarten schon bald nach Kriegsende den Spielbetrieb wieder aufnahmen, mussten die Turner auf Anordnung der Besatzungsmacht bis 1949 warten. Man verzichtete auf die Gründung eines eigenen Vereins und schloss sich als Abteilung dem Bahlinger Sport Club an. Übungsplatz war vorläufig der Hof des „Gasthaus zum Rebstock“.. Schon im Oktober wurde das erste Schau- und Werbeturnen gestartet, dieses Mal in der Halle der Winzergenossenschaft.

 

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